"Erholung" muss nicht immer "Nichtstun" bedeuten...

Die weitgehend unberührte Natur ringsum und die vielfachen Möglichkeiten, handwerklich und künstlerisch tätig zu werden, ohne dass damit verbundene Begleiterscheinungen die Nachbarn stören könnten, entwickeln einen gewaltigen Aufforderungscharakter. Entsprechend interessierte und befähigte Nathanael-Besucher können an dieser privilegierten Situation teilhaben. Im Lauf der Jahre haben sich Werkzeuge, Maschinen und Materialien angesammelt, die bei vielfältigen kreativen Tätigkeiten zum Einsatz kommen können: 

a) Töpfern: Ton ist im Haus. Leider habe ich keinen Brennofen. Das ist allerdings nicht weiter tragisch, denn wir rechnen in der Regel mit ca 3 Wochen Trocknung nach dem Töpfern, bevor das Brenngut in den Ofen kann. Dann sind kreative Gäste meist wieder zu Hause b) für Aufbaukeramik und plastisches Gestalten gibt es bequeme Arbeitsböcke. c) Schmieden: Meine Schmitte ist voll betriebsbereit - auch bei sömmerlichen Temperatuuren. Ich bin immer noch der 'Burgschmied' von Labastide de Virac, schmiede aber dort schon seit Jahren nicht mehr selbst: das besorgen meine Lehrlinge, die ich Jahr um Jahr hier in Nathanael auszubülden pflege. Möglich ist natürlich ein individueller Versuch hier vor Ort. d) Messer Schmieden: ist eine meiner 'Spezialitäten' (speziell für die Arbeit vor Besuchern auf der Burg entwickelt), wobei ich auf ein 'mittelalterliches' Modell eingeschworen bin. Entsprechendes Rohmaterial ist (in überschaubarer Menge) vorhanden. e) sonstige krea-hoochen Möglichkeiten: Steinbearbeitung. Für Skulpturen (z.B. im hier vorkommenden Kalksandstein oder in Speckstein) ist sämtliches erforderliche Werkzeug im Haus: Meissel, Klüpfel usw... Holzbearbeitung: Auch hierfür ist alles erforderliche Werkzeug vorhanden, nur habe ich nicht mehr uferlos Holz... Immerhin, wenn Ihr auf Wanderungen zB spannende Wurzelknorren findet, kann man die in meiner Holzwerkstatt in Kunstwerke verwandeln. Speziell zu erwähnen ist das Drechseln, das sich leicht erlernen läßt. Metallguss: Leider ist mein Bronze-Gussofen eine totale Fehlkonstruktion/Enttäuschung. Meine Bronzegüsse erfolgen nunmehr bei einem lieben Freund (der allerdings leider ca. 80km entfernt wohnt): nach dem Prinzip der 'verlorenen Form': Wachsmodelle werden in Ton gebettet (und müssen dann rund 3 Wochen trocknen !), dann wird die Form erhitzt, das Wachs ausgeschmolzen, dann fahre ich zu meinem Freund und wir gießen die Bronze. Die Nachbehandlung erfolgt dann wieder in Nathanael... Allenfalls könnte man in der verlorenen Form auch Zink oder Alu giessen, die wird auch hier in meiner Schmitte flüssig. Leder/Textilbearbeitung: Nähmaschinen für Leder und Textil sind vorhanden - Stoffe und Leder leider nur noch in beschränktem Umfang. Wolle Spinnen und Weben: Handspindeln und Kardwolle sind vorhanden. Spinnrad auch. Weben: Mein Webstuhl ist grade dabei, wieder Laufen zu lernen. Der kleine Webrahmen könnte mit wenig Aufwand bespannt und benutzt werden. Woll-Webgarne in diversen Farben und Qualitäten sind vorrätig.

Wer von dieser (unvollständigen) 'kreativen Appetitanregung' angesprochen ist, sollte möglichst schon vor den ins Auge gefassten Nathanael-Ferien zwecks Konzeption eines konkreten Kreativitätsplanes mit mir Kontakt aufnehmen. Nicht nur wegen der möglicherweise notwendigen Material- und Ausrüstungsbeschaffung. Intensive Beratung im Vorfeld ist angeraten, wie ich leider kürzlich recht unerquicklich erleben musste. Da hatte der kreative Impetus schon nach dem ersten Tag einen totalen Plattfuß am Hals. Und ich hatte drei Wochen lang den ganzen Sch... bei mir der Werkstatt rumliegen.... Bei meinem inzwischen immerhin schon etwas fortgeschrittenen Alter bin ich auf derlei Bauchlandungen nicht mehr sonderlich erpicht...